Neuere deutsche Literatur und Allgemeine Literaturwissenschaft
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Graduiertenkolleg „Family Matters. Figuren der Ent-Bindung“

Zum 1. April 2023 nimmt das von der DFG geförderte Graduiertenkolleg 2845 „Family Matters. Figuren der Ent-Bindung“ an der LMU München seine Arbeit auf.

14.11.2022

familie-chaplin

Familie Chaplin, Copyright Archives Ives Debraine, 1964

 

Sprecherin: Prof. Dr. Susanne Lüdemann (Institut für deutsche Philologie)
Stellvertretender Sprecher: Prof. Dr. Tobias Döring (Institut für englische Philologie)

Von den Götter- und Heldensagen der Antike bis zur gegenwärtigen Renaissance des Familienromans bietet die Weltliteratur ein unerschöpfliches Archiv von „family matters“. Das je epochen- und kulturspezifische (Selbst-)Verständnis von Familie wird weitgehend über kulturelle Leiterzählungen und ikonische Bilder verhandelt, die Verwandtschafts- und Geschlechterrollen, Beziehungsmodi, affektive Haltungen und kulturelle Ideale, familiale Kernkonflikte und Lösungsmuster (prä)figurieren, dabei aber auch eine symbolische Ordnung zur Diskussion stellen, deren normative Kraft und deren Ansprüche an den Einzelnen es immer wieder neu und immer wieder anders zu plausibilisieren oder zu kritisieren gilt. Dabei erweist sich Familie nicht nur als elementares kulturelles Ordnungsmuster, sondern auch als basale Figur der (Ent-)Bindung, die zwischen Herkunft und Zukunft, Fremdbestimmung und Selbstbestimmung, Identifizierung und Entfremdung oszilliert und in deren Zeichen Literatur stets auch ihre eigenen Bindungs- und Lösungskünste (desis und lysis) mitverhandelt. Das Graduiertenkolleg „Family Matters. Figuren der (Ent-)Bindung“ will die literarischen Traditionen und Diskurse des Familialen erstmals epochen- und kulturübergreifend aufarbeiten. Dabei sollen auch kulturgeschichtliche Narrative einbezogen werden, die – obwohl wissenschaftlich längst widerlegt – den Mythos der bürgerlichen Kleinfamilie bis heute prägen. Die Arbeit an diesem Mythos ist umso nötiger, als Reproduktionstechnologien und neue Formen sozialer Elternschaft gegenwärtig zu einer Neubestimmung von Familie und Verwandtschaft herausfordern.


Beteiligte Hochschullehrer/innen: Prof. Dr. Tobias Döring (Anglistik); Prof. Dr. Therese Fuhrer (Klassische Philologie/Latinistik); Prof. Dr. Annette Keck (Neuere deutsche Literatur, Kulturtheorie und Gender Studies); Prof. Dr. Martin v. Koppenfels (Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft); Prof. Dr. Susanne Lüdemann (Neuere deutsche Literatur und Allgemeine Literaturwissenschaft); Prof. Dr. Riccardo Nicolosi (Slavische Philologie); Prof. Dr. Juliane Prade-Weiss (Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft); Prof. Dr. Susanne Reichlin (Deutsche Literatur des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit); Prof. Dr. Joachim Schiedermair (Nordische Philologie); Prof. Dr. Barbara Vinken (Französische und Allgemeine Literaturwissenschaft).

Kollegsprachen sind Deutsch und Englisch.

Auszüge aus dem Forschungsprogramm finden Sie hier

Eine Forschungsbibliographie (incl. im Forschungsprogramm zitierter Literatur) finden sie hier

Zu den aktuellen Ausschreibungen geht es hier:

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Kontakt und weitere Informationen: s.luedemann@lmu.de

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